Dürkopp 291 für offene Werkstatt
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Flickflak
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Hallo Sputnik
Ich werde mir den Greifer genauer ansehen und versuchen, den Gegenspitze gegebenenfalls ganz zu entfernen. Alles andere scheint in Ordnung zu sein. Der Greifer selbst sitzt fest. Ich werde auch noch einige andere Dinge überprüfen – und bin definitiv noch nicht fertig.
Was die Fadenspannung angeht, achte ich sehr genau darauf und messe sie mit Federdynamometern, die sich dafür gut eignen. Ich habe dazu eine kleine YouTube-Playlist erstellt:
https://www.youtube.com/playlist?list=P ... 6yaDnCw0a7
Ein kleines Sortiment kann man sich zum Beispiel hier kaufen:
https://www.amazon.de/-/en/QWORK%C2%AE- ... B08GM1SP1C
Die notwendige Oberfadenspannung für die hier verwendeten Materialien ist allerdings deutlich höher als in der Anleitung angegeben.
Im Servicehandbuch steht auch, dass man die Ölzufuhr zum Greifer anpassen kann – wäre das bei den jetzt niedrigeren Drehzahlen zusätzlich eine Option?
Grüß, Viggo
Ich werde mir den Greifer genauer ansehen und versuchen, den Gegenspitze gegebenenfalls ganz zu entfernen. Alles andere scheint in Ordnung zu sein. Der Greifer selbst sitzt fest. Ich werde auch noch einige andere Dinge überprüfen – und bin definitiv noch nicht fertig.
Was die Fadenspannung angeht, achte ich sehr genau darauf und messe sie mit Federdynamometern, die sich dafür gut eignen. Ich habe dazu eine kleine YouTube-Playlist erstellt:
https://www.youtube.com/playlist?list=P ... 6yaDnCw0a7
Ein kleines Sortiment kann man sich zum Beispiel hier kaufen:
https://www.amazon.de/-/en/QWORK%C2%AE- ... B08GM1SP1C
Die notwendige Oberfadenspannung für die hier verwendeten Materialien ist allerdings deutlich höher als in der Anleitung angegeben.
Im Servicehandbuch steht auch, dass man die Ölzufuhr zum Greifer anpassen kann – wäre das bei den jetzt niedrigeren Drehzahlen zusätzlich eine Option?
Grüß, Viggo
Pfaff 30, Pfaff 11, Köhler VS, Gritzner 1, Vesta ?, Singer 201k, Singer 66k, Singer 48k
Singer 237, Bernina 910, Husqvarna Viking 6010
Youtube channel: https://www.youtube.com/channel/UCtdxan ... /playlists
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Messen bringt nichts weil das für jeden Stoff und Faden anders eingestellt gehört.
Wenn Du immer zwischen zwei Materialien die Du kennst wechselst kannst Du das mit messen eventuell hinbekommen. Oft reicht bereits eine neue Lieferung identischer Fäden dass man bei allen Maschinen die Spannnungen korrigieren muss.
Im Amann Focus-Buch ist sogar erwähnt dass dunkle Fäden immer mehr Probleme machen und andere Einstellungen als helle benötigen (was sich auch mit meinen Erfahrungen deckt).
Die Spannungen sollten so gering wie möglich sein um damit noch eine schöne Naht zu bekommen.
Versuche dann erst einmal mit festgeschraubter Gegenspitze, denn wenn die locker ist wird es dort möglicherweise den Faden einklemmen was das Klicken und vermutlich viel zu hohe Fadenspannungswerte erklären würde.
Ob das Öl reicht kann man nur ausprobieren. Das Öl wird durch die Zentrifugalkraft in der Verteilerscheibe und im Greifergehäuse gefördert. Bei voller Drehzahl stellt man dann mit der Einstellschraube die Menge ein. Ob die Zentrifugalkraft bei so niedriger Drehzahl noch reicht kann ich nicht beurteilen. Im Zweifel lieber einen Tropfen zuviel als zu wenig.
Grüsse vom Sputnik
Wenn Du immer zwischen zwei Materialien die Du kennst wechselst kannst Du das mit messen eventuell hinbekommen. Oft reicht bereits eine neue Lieferung identischer Fäden dass man bei allen Maschinen die Spannnungen korrigieren muss.
Im Amann Focus-Buch ist sogar erwähnt dass dunkle Fäden immer mehr Probleme machen und andere Einstellungen als helle benötigen (was sich auch mit meinen Erfahrungen deckt).
Die Spannungen sollten so gering wie möglich sein um damit noch eine schöne Naht zu bekommen.
Versuche dann erst einmal mit festgeschraubter Gegenspitze, denn wenn die locker ist wird es dort möglicherweise den Faden einklemmen was das Klicken und vermutlich viel zu hohe Fadenspannungswerte erklären würde.
Ob das Öl reicht kann man nur ausprobieren. Das Öl wird durch die Zentrifugalkraft in der Verteilerscheibe und im Greifergehäuse gefördert. Bei voller Drehzahl stellt man dann mit der Einstellschraube die Menge ein. Ob die Zentrifugalkraft bei so niedriger Drehzahl noch reicht kann ich nicht beurteilen. Im Zweifel lieber einen Tropfen zuviel als zu wenig.
Grüsse vom Sputnik
Und sehen wir uns nicht in dieser Welt
dann sehen wir uns in Bielefeld! (Udo Lindenberg)
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Flickflak
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Hallo nochmal!
Ich war wieder ein paar Stunden in der Werkstatt und habe den Greifer ausgebaut und zerlegt. Hier sind ein paar Fotos und Anmerkungen.
Der Greifer war an mehreren Stellen ziemlich verschmutzt: Hier sind die beiden Hauptteile des Greifers: Jedes Teil hat zwei Ölkanäle, durch die das Öl von der Mitte nach oben zur Greiferbahn geleitet wird. Man sieht auch zwei kleine O-Ringe. Ich frage mich, ob diese Kanäle mit Docht oder Filz gefüllt waren? Ich vermute, dass sie mit Schmutz verstopft waren, nachdem ich mit einem spitzen Werkzeug hineingestochen und etwas Material herausgezogen hatte. Trotzdem könnte etwas Öl durchgeflossen sein. Die beiden Kanäle sind jetzt aber von den festen Bestandteilen befreit.
So ist der Gegenspitze montiert. Die Schraube saß ziemlich locker: Hier ist eine Makroaufnahme der Oberfläche des Gegenspitze, wo das Faden läuft: Die Unebenheiten sind mit dem Fingernagel nicht zu spüren. Das Foto zeigt aber eine nicht ganz glatte Oberfläche.
Ich habe den Gegenspitze vorerst entfernt und werde darüber nachdenken und ihn wahrscheinlich etwas glatter gestalten. Der Rest des Greifers ist wieder in der Nähmaschine.
Ja, die meisten kommen gut ohne Messung der Fadenspannung zurecht, und erfahrene Näherinnen und Näher haben ein gutes Gefühl dafür, wie sie sein sollte. Ich habe mir eine kleine Tabelle mit den Fadenspannungen für Ober- und Unterfaden für meine typischen Nähprojekte erstellt. Das beschleunigt das Einstellen der Nähmaschine. Mit einer Fadenspannungslehre kann man außerdem überprüfen, ob etwas nicht stimmt. Dürkopp gibt empfohlene Werte für die Unterfadenspannung an, die wahrscheinlich etwas höher als normal sind.
Grüß, Viggo
Ich war wieder ein paar Stunden in der Werkstatt und habe den Greifer ausgebaut und zerlegt. Hier sind ein paar Fotos und Anmerkungen.
Der Greifer war an mehreren Stellen ziemlich verschmutzt: Hier sind die beiden Hauptteile des Greifers: Jedes Teil hat zwei Ölkanäle, durch die das Öl von der Mitte nach oben zur Greiferbahn geleitet wird. Man sieht auch zwei kleine O-Ringe. Ich frage mich, ob diese Kanäle mit Docht oder Filz gefüllt waren? Ich vermute, dass sie mit Schmutz verstopft waren, nachdem ich mit einem spitzen Werkzeug hineingestochen und etwas Material herausgezogen hatte. Trotzdem könnte etwas Öl durchgeflossen sein. Die beiden Kanäle sind jetzt aber von den festen Bestandteilen befreit.
So ist der Gegenspitze montiert. Die Schraube saß ziemlich locker: Hier ist eine Makroaufnahme der Oberfläche des Gegenspitze, wo das Faden läuft: Die Unebenheiten sind mit dem Fingernagel nicht zu spüren. Das Foto zeigt aber eine nicht ganz glatte Oberfläche.
Ich habe den Gegenspitze vorerst entfernt und werde darüber nachdenken und ihn wahrscheinlich etwas glatter gestalten. Der Rest des Greifers ist wieder in der Nähmaschine.
Ja, die meisten kommen gut ohne Messung der Fadenspannung zurecht, und erfahrene Näherinnen und Näher haben ein gutes Gefühl dafür, wie sie sein sollte. Ich habe mir eine kleine Tabelle mit den Fadenspannungen für Ober- und Unterfaden für meine typischen Nähprojekte erstellt. Das beschleunigt das Einstellen der Nähmaschine. Mit einer Fadenspannungslehre kann man außerdem überprüfen, ob etwas nicht stimmt. Dürkopp gibt empfohlene Werte für die Unterfadenspannung an, die wahrscheinlich etwas höher als normal sind.
Grüß, Viggo
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Ich habe nun eine Viertelstunde lang die Gegenspitze mit 2000er-Schleifpapier und den Fingern abgeschliffen. Die kleinen Kratzer scheinen verschwunden zu sein, und beim Versuch, mit dem Faden darüberzuschieben, fühlt sich die Spitze auch recht glatt an. Poliert ist sie allerdings noch nicht. Trotzdem werde ich es ausprobieren, um zu sehen, ob dieser Schritt etwas bewirkt hat.
So sieht ein Foto jetzt aus: Grüß, Viggo
So sieht ein Foto jetzt aus: Grüß, Viggo
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Hallo Viggo,
du bist ja mutig.
Das mit dem Greifer ausbauen habe ich auch schon mal gedacht und einen Schraubendreher an den 3 Schrauben angesetzt. Gleich bei der ersten ist der halbe Senkkopf weggebrochen. Das ist natürlich keine Katastrophe - die Schraube gibt es im Fachhandel für knapp 10€. Das meinte ich an anderer Stelle mit: Teile sind teuer und "wenn keine Not vorhanden, schraube ich nichts ab....
Grüße, Jürgen
du bist ja mutig.
Das mit dem Greifer ausbauen habe ich auch schon mal gedacht und einen Schraubendreher an den 3 Schrauben angesetzt. Gleich bei der ersten ist der halbe Senkkopf weggebrochen. Das ist natürlich keine Katastrophe - die Schraube gibt es im Fachhandel für knapp 10€. Das meinte ich an anderer Stelle mit: Teile sind teuer und "wenn keine Not vorhanden, schraube ich nichts ab....
Grüße, Jürgen
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Generell sollte der verwendete Bit gut passen und ausreichend Druck auf die Schraube ausüben.3607 hat geschrieben: ↑Mittwoch 11. Februar 2026, 20:56 Hallo Viggo,
du bist ja mutig.
Das mit dem Greifer ausbauen habe ich auch schon mal gedacht und einen Schraubendreher an den 3 Schrauben angesetzt. Gleich bei der ersten ist der halbe Senkkopf weggebrochen. Das ist natürlich keine Katastrophe - die Schraube gibt es im Fachhandel für knapp 10€. Das meinte ich an anderer Stelle mit: Teile sind teuer und "wenn keine Not vorhanden, schraube ich nichts ab....
Grüße, Jürgen
Ja, zum Glück hat alles geklappt – und ja, ich habe mich sehr konzentriert. Am schwierigsten waren tatsächlich die kleinen Schrauben am Greifer selbst. Hier musste ich den Greifer fest zwischen kleinen Sperrholzstücken einklemmen, um mit einem Uhrmacherschraubendreher guten Halt zu bekommen.
Etwas problematischer war es außerdem, festzustellen, ob sich in den Ölkanälen tatsächlich verschmutzter Filz oder Schmutz befand. Ich glaube nicht, dass viel Öl durch die Löcher kam, so wie sie waren.
Grüß, Viggo
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Grosses Lob fürs schleifen !
Wenn das tiefere Kerben sind kannst Du ruhig mit 800er Leinen/Papier beginnen.
Zuletzt in Fadenabzugsrichtung (= roter Doppelpfeil am Photo) polieren.
Beim Greifer müssen die Unterseiten von Spitze und Gegenspitze, die Geiferbahn und die Bereiche wo der Faden drübergezogen wird perfekt glatt sein (siehe rote Pfeile am Photo).
Auf den Photos ist nicht zu erkennen ob das nur Verfärbungen/Reflektion oder Unebenheiten sind.
Die Spulenkapsel muss ebenfalls einwandfrei glatt sein und auch die Stelle wo sie die Stichplatte berührt.
Wenn Du ohne die Gegenspitze nähst wirst Du viel mehr Probleme mit dem Aussehen der Naht und bei dickem Material mit Fadenbrüchen haben. Die Gegenspitze sorgt nämlich dafür dass sich der Faden nicht zu sehr verdreht/aufdreht und nicht von der Nadel verletzt wird. Das ist vor allem bei dickerem Material wichtig weil sich da der Faden viel stärker verdreht/aufdeht. Deshalb gibt es auch Greifer für Stoff und andere für Leder die sich auch wesentlich durch die Länge der Gegenspitze unterscheiden.
Die angegebenen Spannungen in der Anleitung kannst Du vergessen, weil die nur für eine Grundeinstellung nach einem zerlegen der Maschine helfen sollen. Man bekommt beim Kurs (bei Dürkopp) dazu gesagt das man anschliessend die Spannungen selbstverständlich wieder nach Material und Faden einstellen MUSS.
Grundsätzlich gilt: Je weniger Spannung umso weniger verdrehen/aufdrehen des Fadens (Stress für den Faden). Natürlich brauche ich soviel Spannung das die Naht dann gleichmässig und Fest genug ist.
Deshalb stellt man erst die Spannungen auf Stoff so leicht wie möglich ein ... und später bei stärkerem Material/Leder die Oberfadenspannung nach Bedarf etwas fester. DIe Unterfadenspannung braucht man normalerweise kaum zu verändern solange man nicht etwas extrem Dünnes oder Dickes näht.
Die Spulenkapsel soll am Faden hängend, wenn man leicht am Faden ruckelt nach unten rutschen.
Beim Einstellen der Fadenspannungen muss man auch immer die Einstellung des Fadenregulators und der Fadenanzugsfeder beachten.
Immer darauf achten dass die Fadenspannungen nicht verschmutzt sind! Auch bei der Spulenkapsel!
Wenn Du bei eingefädelter Maschine lansam an den Fäden ziehst müssen die völlig gleichmässig ablaufen. Falls Du Unregelmässigkeiten wahrnimmst sind die ersten Verdächtigen beim Unterfaden beschädigte Spulen ... und beim Oberfaden verdrehter Garnständer/schräg stehende Kone.
Zu den Greifern: Die werden händisch poliert ... das dürfen nur die ältesten und damit auch teuersten Mitarbeiter machen, weil nur die über ausreichend Erfahrung verfügen. Ein extrem dreckiger Job wo mam bei manchen Greifern über eine Stunde beschäftigt ist. Zwischendurch wird das auf grossen optischen Messmaschinen mit 100 facher Vergösserung vermessen und kontrolliert um die benötigte Masshaltigkeit und Glattheit zu gewährleisten. Ich hatte noch die Ehre (normalerweise war dor Zutritt für Betriebsfremde Personen verboten) und das Vergnügen diese Poliererei in Bielefeld besuchen zu dürfen und mich auch ausführlich mit den Kollegen darüber unterhalten zu dürfen.
Gutes Gelingen wünscht der Sputnik
Wenn das tiefere Kerben sind kannst Du ruhig mit 800er Leinen/Papier beginnen.
Zuletzt in Fadenabzugsrichtung (= roter Doppelpfeil am Photo) polieren.
Beim Greifer müssen die Unterseiten von Spitze und Gegenspitze, die Geiferbahn und die Bereiche wo der Faden drübergezogen wird perfekt glatt sein (siehe rote Pfeile am Photo).
Auf den Photos ist nicht zu erkennen ob das nur Verfärbungen/Reflektion oder Unebenheiten sind.
Die Spulenkapsel muss ebenfalls einwandfrei glatt sein und auch die Stelle wo sie die Stichplatte berührt.
Wenn Du ohne die Gegenspitze nähst wirst Du viel mehr Probleme mit dem Aussehen der Naht und bei dickem Material mit Fadenbrüchen haben. Die Gegenspitze sorgt nämlich dafür dass sich der Faden nicht zu sehr verdreht/aufdreht und nicht von der Nadel verletzt wird. Das ist vor allem bei dickerem Material wichtig weil sich da der Faden viel stärker verdreht/aufdeht. Deshalb gibt es auch Greifer für Stoff und andere für Leder die sich auch wesentlich durch die Länge der Gegenspitze unterscheiden.
Die angegebenen Spannungen in der Anleitung kannst Du vergessen, weil die nur für eine Grundeinstellung nach einem zerlegen der Maschine helfen sollen. Man bekommt beim Kurs (bei Dürkopp) dazu gesagt das man anschliessend die Spannungen selbstverständlich wieder nach Material und Faden einstellen MUSS.
Grundsätzlich gilt: Je weniger Spannung umso weniger verdrehen/aufdrehen des Fadens (Stress für den Faden). Natürlich brauche ich soviel Spannung das die Naht dann gleichmässig und Fest genug ist.
Deshalb stellt man erst die Spannungen auf Stoff so leicht wie möglich ein ... und später bei stärkerem Material/Leder die Oberfadenspannung nach Bedarf etwas fester. DIe Unterfadenspannung braucht man normalerweise kaum zu verändern solange man nicht etwas extrem Dünnes oder Dickes näht.
Die Spulenkapsel soll am Faden hängend, wenn man leicht am Faden ruckelt nach unten rutschen.
Beim Einstellen der Fadenspannungen muss man auch immer die Einstellung des Fadenregulators und der Fadenanzugsfeder beachten.
Immer darauf achten dass die Fadenspannungen nicht verschmutzt sind! Auch bei der Spulenkapsel!
Wenn Du bei eingefädelter Maschine lansam an den Fäden ziehst müssen die völlig gleichmässig ablaufen. Falls Du Unregelmässigkeiten wahrnimmst sind die ersten Verdächtigen beim Unterfaden beschädigte Spulen ... und beim Oberfaden verdrehter Garnständer/schräg stehende Kone.
Zu den Greifern: Die werden händisch poliert ... das dürfen nur die ältesten und damit auch teuersten Mitarbeiter machen, weil nur die über ausreichend Erfahrung verfügen. Ein extrem dreckiger Job wo mam bei manchen Greifern über eine Stunde beschäftigt ist. Zwischendurch wird das auf grossen optischen Messmaschinen mit 100 facher Vergösserung vermessen und kontrolliert um die benötigte Masshaltigkeit und Glattheit zu gewährleisten. Ich hatte noch die Ehre (normalerweise war dor Zutritt für Betriebsfremde Personen verboten) und das Vergnügen diese Poliererei in Bielefeld besuchen zu dürfen und mich auch ausführlich mit den Kollegen darüber unterhalten zu dürfen.
Gutes Gelingen wünscht der Sputnik
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Hallo Sputnik,
Vielen Dank für deine Empfehlungen.
Bevor wir ins Detail gehen, würde ich gerne wissen, ob sich Filz in den Ölkanälen des Greifers befinden sollte? Ich habe gestern vermeintlichen Schmutz aus den Ölkanälen entfernt. Heute habe ich den Öltest erneut durchgeführt und die Ölmenge war deutlich geringer als Anfang der Woche. Ich hoffe, du weißt dazu etwas. Außerdem habe ich die Öleinstellschraube weiter geöffnet.
Vielen Dank für Ihre Einschätzung, dass die vorherige Unebenheit des Gegenspitzes wahrscheinlich die Ursache für das Klicken ist.
Ich werde nun die anderen Stellen, die möglicherweise Probleme bereiten, schleifen und polieren. Ich werde aber sicher nicht so gut sein wie du oder die Leute von Dürkopp, daher kann ich nur hoffen, dass es sich letztendlich verbessert.
Ich bin kein besonders guter Makrofotograf und habe fast immer Schwierigkeiten mit den Lichtverhältnissen und der Fokussierung. Normalerweise verwende ich nur das beste von zehn Fotos. Daher bedauere ich, hier keine besseren Ergebnisse erzielen zu können. Falls jemand, der dies liest, ein paar Tipps für mich hat, würde ich mich sehr freuen.
Ja, wir sind uns einig, dass die Fadenspannung nicht höher als nötig sein sollte. Und es ist gut zu hören, dass man die Einstellwerte von Dürkopp nicht allzu genau nehmen muss. Ich habe das bei meiner bisherigen Arbeit mit anderen Nähmaschinen generell nie so gemacht, sondern immer eine gute Fadenspannung für Ober- und Unterfaden erreicht und diese dann in einer Tabelle für später notiert. Bei der Verwendung unterschiedlicher Garnstärken mit derselben Nähmaschine ist es meiner Erfahrung nach notwendig, die Unterfadenspannung anzupassen. Das geht mit einem Federkraftmesser recht schnell. Ich habe sogar eine 30%ige Veränderung der Unterfadenspannung festgestellt, indem ich einfach die Farbe eines Serafil-Nähgarns gleicher Stärke gewechselt habe. Eine 30%ige Veränderung ist allerdings nicht unbedingt aussagekräftig. Etwas mehr als 60% hingegen schon. Bei der Dürkopp 291 lässt sich die Unterfadenspannung besonders einfach einstellen, während sich die Spule in der Maschine befindet, wie auch in der Bedienungsanleitung beschrieben.
Ja, ich habe die Fadenspannungsregler bereits gereinigt und überprüft.
Heute habe ich ohne den Gegenspitze genäht und hatte tatsächlich keine Probleme damit. Die Nähmaschine klingt jetzt ohne dieses Klicken viel angenehmer. Wenn ich das nächste Mal in der Werkstatt bin, werde ich den Gegenspitze aber wieder einbauen, nachdem ich ihn poliert habe.
Grüß, Viggo
Vielen Dank für deine Empfehlungen.
Bevor wir ins Detail gehen, würde ich gerne wissen, ob sich Filz in den Ölkanälen des Greifers befinden sollte? Ich habe gestern vermeintlichen Schmutz aus den Ölkanälen entfernt. Heute habe ich den Öltest erneut durchgeführt und die Ölmenge war deutlich geringer als Anfang der Woche. Ich hoffe, du weißt dazu etwas. Außerdem habe ich die Öleinstellschraube weiter geöffnet.
Vielen Dank für Ihre Einschätzung, dass die vorherige Unebenheit des Gegenspitzes wahrscheinlich die Ursache für das Klicken ist.
Ich werde nun die anderen Stellen, die möglicherweise Probleme bereiten, schleifen und polieren. Ich werde aber sicher nicht so gut sein wie du oder die Leute von Dürkopp, daher kann ich nur hoffen, dass es sich letztendlich verbessert.
Ich bin kein besonders guter Makrofotograf und habe fast immer Schwierigkeiten mit den Lichtverhältnissen und der Fokussierung. Normalerweise verwende ich nur das beste von zehn Fotos. Daher bedauere ich, hier keine besseren Ergebnisse erzielen zu können. Falls jemand, der dies liest, ein paar Tipps für mich hat, würde ich mich sehr freuen.
Ja, wir sind uns einig, dass die Fadenspannung nicht höher als nötig sein sollte. Und es ist gut zu hören, dass man die Einstellwerte von Dürkopp nicht allzu genau nehmen muss. Ich habe das bei meiner bisherigen Arbeit mit anderen Nähmaschinen generell nie so gemacht, sondern immer eine gute Fadenspannung für Ober- und Unterfaden erreicht und diese dann in einer Tabelle für später notiert. Bei der Verwendung unterschiedlicher Garnstärken mit derselben Nähmaschine ist es meiner Erfahrung nach notwendig, die Unterfadenspannung anzupassen. Das geht mit einem Federkraftmesser recht schnell. Ich habe sogar eine 30%ige Veränderung der Unterfadenspannung festgestellt, indem ich einfach die Farbe eines Serafil-Nähgarns gleicher Stärke gewechselt habe. Eine 30%ige Veränderung ist allerdings nicht unbedingt aussagekräftig. Etwas mehr als 60% hingegen schon. Bei der Dürkopp 291 lässt sich die Unterfadenspannung besonders einfach einstellen, während sich die Spule in der Maschine befindet, wie auch in der Bedienungsanleitung beschrieben.
Ja, ich habe die Fadenspannungsregler bereits gereinigt und überprüft.
Heute habe ich ohne den Gegenspitze genäht und hatte tatsächlich keine Probleme damit. Die Nähmaschine klingt jetzt ohne dieses Klicken viel angenehmer. Wenn ich das nächste Mal in der Werkstatt bin, werde ich den Gegenspitze aber wieder einbauen, nachdem ich ihn poliert habe.
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Ich habe die alte Bedienungsanleitung der Nähmaschine (17 MB) in etwas höherer Auflösung eingescannt:
https://drive.google.com/file/d/1EvTv22 ... 3qf6w/view
Ich hoffe, der Link funktioniert für alle Interessierten.
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- Achim (js_hsm)
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Re: Dürkopp 291 für offene Werkstatt
Danke... 
Gruß, Achim
Der Maschinen(um)bauer
Adler 30,48,67,68,69 Pfaff 142,145,335,1222, Typical GC20606-18, Sailrite 9" Clone und..
https://youtube.com/@Special_Solutions
BLDC-Servos https://www.naehmaschinentechnik-forum. ... 33#p119733
Der Maschinen(um)bauer
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