Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

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nejc74
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Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#1 Beitrag von nejc74 »

Hallo zusammen, das ist mein erster Beitrag hier, und ich möchte mich schon mal für meine Sprache entschuldigen – ich bin kein deutscher Muttersprachler und lerne die Sprache gerade in der Schweiz, wo ich jetzt lebe.

Ich habe eine Minerva-Knopflochmaschine in einem sehr schlechten, aber noch gerade so funktionsfähigen Zustand bekommen. Sie machte schreckliche klackende Geräusche, sprang manchmal an, meistens aber nicht, und musste von Hand in Gang gebracht werden.

Da ich es gewohnt bin, meine alten industriellen Pffafs und Durkops zu reparieren, habe ich die Bedienungsanleitung heruntergeladen und versucht, ihr zu folgen, bin aber nicht weitergekommen. Die Anleitung gilt für die Version 62761-104, meine Maschine ist jedoch die Version 62761-PZ3. Die Unterschiede zeigen sich bereits beim zweiten Schritt der Einstellung.

Mir ist bewusst, dass es eine Reihe ähnlicher Maschinen gibt, von der Reece 101 bis zur Durkopp 558, und dass diese Art von Maschinen dafür bekannt ist, schwer zu handhaben zu sein. Aber ich würde sie trotzdem gerne wieder zum Laufen bringen, daher ist jeder hilfreiche Rat willkommen.

Das ist meine Minerva
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Das stammt aus der Einstellanleitung. Die erste Einstellung kann ich vornehmen, die zweite jedoch nicht. Denn das mit „B“ gekennzeichnete Teil sieht im unteren Bereich völlig anders aus.
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Achim (js_hsm)
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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#2 Beitrag von Achim (js_hsm) »

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Herzlich willkommen hier.
Gruß, Achim

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sputnik
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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#3 Beitrag von sputnik »

Herzlich willkommen Herr der Minerva!

Hast Du eine komplette Einstellanleitung/Mechanikeranleitung für diese Maschine?
Falls ja brauche ich die auch um Dir besser helfen zu können.

Die Reece 101 war die Urmutter dieser Maschinen ... und ich habe 25 Jahre für Reece gearbeitet. Erst bei einer Generalvertretung und dann selbstständig. Reece kam ja, nach 1989 zu Minerva.
Die Dürkopp war ein Nachbau der Reece 101 welche eben auch aus patentrechtlichen Gründen den bewegten Tisch bekam, aber den Nähantrieb in Lizenz nachbauen durfte und dafür auch bis in die 1980er Jahre an Reece Lizenzgebühren entrichtete.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann MInerva aufgrund der weltpolitischen Situation viele westliche Maschinen nachzubauen.
Das Problem war hauptsächlich der "eiserne Vorhang" ... die Grenze zwischen West- & Osteuropa, der die Kollegen im Osten zwang die Maschinen nach dem Aussehen nachzubauen ohne die Entwicklung und Hintergründe deren Entstehung und Konstruktion zu kennen.

Ich war ab Ende der 1970er Jahre sehr viel im "Ostblock" unterwegs und habe dort auch manchmal (aber selten) MInerva Maschinen repariert.
Die Minerva Augenknopfloch kenne ich nur vom sehen bei Kunden. Die nachgebaute Reece S2 von MInerva habe ich einmal repariert und weiss deshalb ungefähr von den Problemen welche die Minerva Mitarbeiter dabei hatten. Diese Maschine war wie viele andere Maschinen optisch ein perfekter Nachbau, aber die Minervaleute wussten nicht welche Teile aus welchen Materialien hergestellt werden müssen damit die Maschine funktioniert. Beim S2 Nachbau waren die Greiferschrauben nicht gehärtet und die Greifer hinten zu weich, was dazu führte dass man sie perfekt einstellen konnte, aber nach zwei Nadelbrüchen waren die Greifer verstellt oder verbogen.
Mit solchen Problemen müssen wir also rechnen, was aber kein grosses Problem darstellen sollte da man Reece Greifer in bester Qualität heute sehr günstig bekommt.
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Das Problem welche Du beschreibst hängt mit der Ein-/Aus-/Umschaltung der Nähgeschwindigkeiten zusammen. Ich werde einmal schauen ob es Dürkopp Anleitungen zum Download gibt ... die müssten Deiner Maschine schon recht ähnlich sein.
Kennst Du eine gute Quelle zu Minerva Anleitungen?
Weiss Du zufällig welche Dürkopp Deiner MInerva am ähnlichsten ist?
Durch den umgekehrten Transport (bewegter Tisch statt bewegtem Kopf) ist in diesem Bereich einiges anders gelöst als es bei der Reece 101 war.

Wenn wir die Anleitungen haben kann ich Dir sicher genauere Empfehlungen geben. Dürkopp habe ich gelegentlich repariert, aber das ist zu lange her für konkrete Erinnerungen. Und für die Dürkopp Augenknopfloch habe ich auch nie einen Kurs besucht.

Wenn ich für Dein Verständnis zu schwierig schreibe, teile mir das bitte mit. Dann werde ich mich bemühen kürzere/einfachere Sätze zu verwenden.

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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#4 Beitrag von sputnik »

Servus nochmals,

auf deine konkreten Fragen möchte ich erst antworten wenn ich mir die Anleitung von Dürkopp und wenn möglich von Minerva angesehen habe. Man kann leicht viel verstellen.
Die von Dir gezeigte rechte Seite ist nur ein Teil ... da gibt es dann noch eine Verbindung unter der Tischplatte zum grossen Antriebsrad und viel weitere Teile die zusammenpassen müssen. Bei Reece treten solche Probleme auf wenn beim kleinen Rad auf der rechten Seite eine kleine Feder gebrochen ist. Wie das bei Dürkopp/Minerva gelöst ist muss ich mir erst wieder ansehen.

Hast Du solche Maschinen schon einmal aus der Nähe in Betrieb gesehen?
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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#5 Beitrag von sputnik »

Servus nochmal,

das mit der deutschen Sprache lernen ist in Schweiz unter Umständen schwierig. Ich hab lange für eine Vorarlberger Firma gearbeitet und verstehe die Vorarlberger zu ~70% ... ein normaler Wiener versteht davon ~20%. wink

Aber was Du schreibst ist schon einmal recht gut und verständlich. biggrin

Ich habe mir in der Zwischenzeit einmal die Minerva Teileliste heruntergeladen und durchgeschaut.
Die gibt es unter anderem hier -> https://rexel.com.pl/img/cms/minerva/Ka ... 61-P3Z.pdf
Da ich diese Minerva auch nicht gut kenne, habe ich mir zur Liste ein Inhaltsverzeichnis gemacht um die gesuchten Teile schneller zu finden.
Das hänge ich hier als Bild an:
Minerva 62761 p3z Teileliste Inhalt.jpg
Eine Anleitung für die Minerva 62761 104 habe ich auch schon heruntergeladen, die muss ich mir aber erst ansehen ob die für uns brauchbar ist.

Du schreibst in deinem Posting:
Sie machte schreckliche klackende Geräusche, sprang manchmal an, meistens aber nicht, und musste von Hand in Gang gebracht werden.

Bezieht sich das auf den Motor ? oder auf die Maschine ?
Der Motor ist vermutlich ein 380V Drehstrommotor. Ist der bei Dir an Drehstrom angeschlossen ? oder wurde der umgebaut ?

Falls der Motor läuft und Du musst der Maschine helfen loszulaufen, kann es sein das die Antriebsriemen durchrutschen. Dann müssen wir herausfinden warum das so ist.

Zu "Sie machte schreckliche klackende Geräusche" ... wann macht sie diese Geräusche ? woher kommen die Geräusche ? rechte Seite Handrad oder linke Seite Riemenscheibe ?

Verstelle bitte erst einmal nichts was wir nicht vorher besprochen haben. Wo Du bereits versucht hast etwas einzustellen, das ist die Umschaltung vom Leerlauf in den Nähvorgang. das muss abgestimmt sein mit der Einschaltung der Maschine vorne links, mit der Antriebsriemenscheibe hinten links ... das ist unter der Tischplatte mit einem Hebel mit der rechten Seite verbunden wo Du zu verstellen versuchtest und da müssen noch einige andere Dinge dazupassen.

Ich werde morgen einmal die Anleitung durchlesen um mir ein genaueres Bild zu machen.

Herzliche Grüsse vom Sputnik
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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#6 Beitrag von sputnik »

Zum Ausprobieren nimm bitte die Nadel und den Schneidblock heraus. Dann kann die Nadel nicht die Greifer beschädigen.
Du kannst wie auf dem Video ein Stück dicken Stoff einlegen, damit die Klammern in der richtigen Position bleiben ... oder Du nimmst die Klammerplatten komplett heraus.

Bei diesem Video sieht man wie die Maschine bedient wird:

YouTube-Video

Externer Inhalt, der Aufruf erfolgt von Ihrem Browser direkt zum Video-Diensteanbieter.

Datenschutzerklärung des Diensteanbieters

Impressum des Nähmaschinentechnik-Forums



Der Motor läuft ... das Vorgelege unter der Tischplatte ist ausgeschaltet
dann legt er den Stoff unter die offenen Klammern
einlegen.jpg

dann schliesst er die Klammeer mit dem grossen Hebel links
klammer schliessen.jpg

anschliessend schaltet er mit dem Hebel auf der Tischplatte das Vorgelege ein ... die Riemenscheiben drehen sich
vorgelege einschalten.jpg

und schliesslich startet er die Maschine mit dem kleinen Hebel links
Maschine starten.jpg

jetzt näht die Maschine, schneidet nachher das Knopfloch auf, schaltet sich ab und öffnet die Klammer.
Er zieht jetzt oben noch den Nadelfaden nach weil vermutlich die Fadenspannungslüftung nicht funktioniert ...
und entnimmt den Stoff mit dem genähten und aufgeschnittenen Knopfloch.
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Zuletzt geändert von sputnik am Samstag 4. Juli 2026, 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#7 Beitrag von nejc74 »

Ich versuche, ähnlich aussehende Maschinen zu vergleichen und herauszufinden, wo die Gemeinsamkeiten liegen. Aber es geht nur langsam voran.
Hier ist eine Liste der Manuals, die ich gesammelt habe:

Minerva 62761-PZR Teilkatalog
(wie in deinem Link)

Minerva 62761-104 Einleitung zur Bedienung und Einstellung
https://www.szwalnicze.com/cat_minerva/ ... 61-104.pdf

Reece 101 Parts and service manual
https://www.amfreece-cars.cz/wp-content ... ervice.pdf

Durkopp 558 Teileliste
https://www.szwalnicze.com/catalog/durk ... er_558.pdf

Durkopp 558 Einstellung
https://partner.duerkopp-adler.com/comm ... 558_DE.pdf

Global BH-100
https://globalsew.com/product/bh-1000/

nejc74
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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#8 Beitrag von nejc74 »

Als ich die Maschine vor über einem Jahr gekauft habe, wurde mir ihre Bedienung erklärt. Ich habe sie von einem Schneider bekommen, der eine Zeit lang in der Schweiz gelebt hat, dann aber zurück ins Baltikum gezogen ist.

Der Motor ist für 220 V ausgelegt, braucht aber oft erst ein wenig Anstösse, um die Maschine in Bewegung zu setzen.
Ich versuche, ähnlich aussehende Maschinen zu vergleichen und herauszufinden, wo die Gemeinsamkeiten liegen. Aber es geht nur langsam voran.

Vielleicht habe ich das Geräusch falsch beschrieben. Es kam vom linken Rad, wo sich ein Bremsklotz (?) während eines Arbeitszyklus nicht vollständig gelöst hat (Seite 12 im Teilekatalog) und Sektion E6-2 und E7, Seite 24 in Einstellung.

Ich habe die Nadel und die Klemmplatten bereits gemäss der Anleitung entfernt, den Schneideblock jedoch noch nicht. Ich werde ihn entfernen.

Ich versuche, eine Möglichkeit zu finden, Videos von meiner Maschine im "Betrieb" zu teilen.

https://1drv.ms/v/c/D7E04F743A4C1A8E/IQ ... g?e=xW8UoP

https://1drv.ms/v/c/D7E04F743A4C1A8E/IQ ... 8?e=SKUfdo


Am unteren Ende der Maschine fehlen einige Teile.
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Greiferantrieb
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p.s.
Ein grosses Kudos für deine Erfahrung, und ich bin dir wirklich sehr dankbar für deinen Einsatz.

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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#9 Beitrag von Achim (js_hsm) »

nejc74 hat geschrieben: Samstag 4. Juli 2026, 09:38 Ich versuche, eine Möglichkeit zu finden, Videos von meiner Maschine im "Betrieb" zu teilen.
Videos können hier direkt eingebettet werden. Diese bitte bei youtube hochladen und den Link dazu in den Beitrag an die gewünschte Stelle eintragen.


Zeig uns bitte des Motors von allen Seiten
Gruß, Achim

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Re: Minerva Knopflochmaschine 62761-PZ3

#10 Beitrag von sputnik »

Du solltest mit der Reece 101 beginnen.

John Reece wurde 1853 in Canada geboren.
Er hat in den 1870er Jahren die erste automatische Augenknopflochmaschine erfunden.
Reece J.jpg
Im 19 Jahrhundert gab es noch keine asphaltierten Strassen und deshalb wurden viel Stiefel und Gamaschen benötigt. Da es auch noch keine Zippverschlüsse oder Druckknöpfe gab, wurden Knöpfe zum verschliessen verwendet und brauchte deshalb auch Knopflöcher. Auf einem Stiefel/einer Gamasche wurden damals bis über 30 Knopflöcher genäht.

Diese erste Knopflochmaschine revolutionierte die Schuhindustrie und machte Reece zu einem wohlhabenden Mann. Die Maschinen wurden nur verleast und pro genähtem Knopfloch abgerechnet.


1893 berichtete Scientific American darüber:
Unter allen Exponaten der Weltausstellung zieht keines mehr Aufmerksamkeit auf sich als das der Reece Buttonhole Machine Company aus Boston. Der Stand befindet sich in der Maschinenhalle; zudem präsentiert das Unternehmen seine Technik in der Modell-Schuhfabrik im speziellen Gebäude für Schuh- und Lederwaren und führt dort sämtliche Knopflocharbeiten aus. In diesem Gebäude wird die Schuhherstellung praxisnah demonstriert, wie sie in den führenden Schuhfabriken des Landes üblich ist: Es werden täglich tausend Paar Schuhe unter Einsatz modernster, bewährter Maschinen gefertigt. Die Einführung der Reece-Maschine in Schuhfabriken ermöglichte eine Einsparung von 40 bis 50 Cent pro Kiste in der Fertigung. Die von der Reece Buttonhole Machine Company hergestellten Maschinen sind seit zehn Jahren weltweit im praktischen Einsatz; ihre Einführung in der Branche senkte die Kosten für die Knopflochherstellung um 75 Prozent. Die von diesem Unternehmen entwickelten Knopflochmaschinen waren die ersten, die das Knopfloch automatisch schnitten, nähten und verriegelten, sodass sich die Arbeit der Bedienperson auf das Verschieben und Einspannen des Materials beschränkte. Der Nähmechanismus rotiert um das Knopflochauge, wodurch ein Drehen des zu vernähenden Stoffes entfällt; alle Maschinenbewegungen verlaufen gleichmäßig und präzise, ​​ohne dass wesentliche Abläufe von Federn abhängen. Der Nähmechanismus ist sehr einfach aufgebaut und besteht aus einem Greifer sowie einer Nadel unterhalb der Stichplatte und einer weiteren Nadel oberhalb dieser Platte. Diese Teile werden über ein Exzentergetriebe angetrieben und führen bei jedem Hub der Nadelstange einen vollständigen Knopfloch- oder Schlingenstich aus, was einen geräuscharmen, langlebigen Betrieb bei hoher Geschwindigkeit ermöglicht. Das Knopfloch wird automatisch geschnitten und durch eine gleichmäßige Bewegung vom Schneid- zum Nähwerkzeug transportiert, wodurch Erschütterungen oder Stöße vermieden werden.

Das Starten und Stoppen des Nähmechanismus zu Beginn und am Ende des Knopflochs erfolgt automatisch, wobei die Nadeln stets außerhalb des Stoffes zum Stillstand kommen. Die Maschine arbeitet bei allen Materialarten gleichermaßen zuverlässig, sei es mit Seiden- oder Baumwollgarn. Das Unternehmen präsentiert Maschinen zur Herstellung von Ösen und Knopflöchern in verschiedensten Ausführungen, wie sie in unterschiedlichen Branchen benötigt werden – etwa für Schuhe und Stiefel, Bekleidung, Kragen und Manschetten, Unterwäsche sowie für alle anderen Erzeugnisse, die ein genähtes Knopfloch erfordern. Dabei stehen mindestens fünf verschiedene Verfahren zur Riegelbildung am schmalen Ende des Knopflochs zur Verfügung, die jeweils optimal auf den jeweiligen Anwendungsbereich abgestimmt sind. Bedenkt man, dass zur Zeit der Erfindung der Reece-Knopflochmaschine selbst bei den damals leistungsfähigsten Maschinen noch 35 Handgriffe für ein einziges Knopfloch nötig waren, während die Reece-Maschine diesen Aufwand auf zwei Handgriffe reduzierte, so lässt sich die enorme Bedeutung dieser Erfindung erst richtig ermessen. Das neueste Modell des Unternehmens ist eine Knopflochmaschine, die Knopflöcher jeder Größe fertigen kann – von der runden Öse, wie sie etwa im Hemdbrustbereich verwendet wird, bis hin zum zwei Zoll (ca. 5 cm) langen Knopfloch für Damenmäntel. Durch die Entwicklung dieser Maschine wurde der Mechanismus erheblich vereinfacht und der Arbeitsaufwand für die Bedienperson auf die Hälfte reduziert, was zu einer entsprechenden Steigerung der Produktionsleistung führte.

Die Maschine arbeitet vollautomatisch und erfordert keinerlei manuelle Eingriffe durch die Bedienperson – wie etwa das Schließen der Werkstückklemme per Fuß oder Hand, wie es bei früheren Reece-Maschinen nötig war. Der Arbeitsaufwand beschränkt sich somit lediglich darauf, das Material von einem Knopfloch zum nächsten zu bewegen. Es lässt sich eine beliebige Anzahl von Knopflöchern schneiden, nähen und verriegeln, ohne dass die Bedienperson die Hände vom Material nehmen oder den Fuß bewegen muss. Dies ist die erste Maschine, die das Knopfloch mit einer Schlingenverriegelung (Purl-Bar) abschließt; dadurch fügt sich das schmale Ende des Knopflochs harmonisch und ebenso sauber in das Gesamtbild ein wie die Längsseiten. Zudem wird der Verstärkungsfaden überkreuzt und fest vernäht, sodass ein Aufgehen des Fadens ausgeschlossen ist.

Seit fünf Jahren vertreibt das Unternehmen zudem eine Maschine, die bei der Schuhfertigung die Fadenenden und den Verstärkungsfaden zwischen benachbarten Knopflöchern mittels Blindstich vernäht. Diese Maschinen sind eine völlige Neuerung und erschlossen ein neues Einsatzgebiet für Nähmaschinen, da diese Arbeit zuvor stets von Hand ausgeführt worden war. Eine dieser Maschinen samt Bedienperson ersetzt heute zehn Arbeitskräfte in Handarbeit; zudem ist das Arbeitsergebnis der manuellen Fertigung weit überlegen, da es für einen sauberen, gleichmäßigen Abschluss an der Schuhinnenseite sorgt.

Scientific American 1893 - Google Translate
Von Reece waren zur Jahrhundertwende allein in New York über 10.000 Maschinen im Einsatz.

Bereits einige Jahre nach der Rapid, in den 1880er Jahren, hatte John Reece sein zweites Modell für die Bekleidungsindustrie zur Marktreife gebracht. Bei dieser Maschine wurden bereits die selben Stichbildungswerkzeuge wie bei Deiner Minerva eingesetzt.
Anfang der 20. Jahrhunderts kamen dann die Reece Rapid und die Klasse 101 auf den Markt.

John Reece starb im Jahre 1896 bei einem tragischen Unfall in seiner Fabrik in Boston.

Dürkopp hat dann in den 1930er Jahren die ersten Maschinen gebaut, wo sie den kompletten Greiferdrehkörper (von Reece lizensiert) nachbauten, kennzeichneten und in jeder Anleitung auf Reece als Lizenzgeber hinweisen mussten. Wegen der Lizenzgebühren bewegt Dürkopp auch die Tischplatte anstatt den Nähkopf um damit einen Teil der Patente zu umgehen und dadurch Lizenzgebühren einzusparen. Das wiederum hatte aber zur Folge das die meisten Kunden lieber Reece kaufen, weil auf diesen die Kleidungsstücke während dem nähen ruhig liegen bleiben.
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