Du solltest mit der Reece 101 beginnen.
John Reece wurde 1853 in Canada geboren.
Er hat in den
1870er Jahren die erste automatische Augenknopflochmaschine erfunden.
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Im 19 Jahrhundert gab es noch keine asphaltierten Strassen und deshalb wurden viel Stiefel und Gamaschen benötigt. Da es auch noch keine Zippverschlüsse oder Druckknöpfe gab, wurden Knöpfe zum verschliessen verwendet und brauchte deshalb auch Knopflöcher. Auf einem Stiefel/einer Gamasche wurden damals bis über 30 Knopflöcher genäht.
Diese erste Knopflochmaschine revolutionierte die Schuhindustrie und machte Reece zu einem wohlhabenden Mann. Die Maschinen wurden nur verleast und pro genähtem Knopfloch abgerechnet.
1893 berichtete
Scientific American darüber:
Unter allen Exponaten der Weltausstellung zieht keines mehr Aufmerksamkeit auf sich als das der Reece Buttonhole Machine Company aus Boston. Der Stand befindet sich in der Maschinenhalle; zudem präsentiert das Unternehmen seine Technik in der Modell-Schuhfabrik im speziellen Gebäude für Schuh- und Lederwaren und führt dort sämtliche Knopflocharbeiten aus. In diesem Gebäude wird die Schuhherstellung praxisnah demonstriert, wie sie in den führenden Schuhfabriken des Landes üblich ist: Es werden täglich tausend Paar Schuhe unter Einsatz modernster, bewährter Maschinen gefertigt. Die Einführung der Reece-Maschine in Schuhfabriken ermöglichte eine Einsparung von 40 bis 50 Cent pro Kiste in der Fertigung. Die von der Reece Buttonhole Machine Company hergestellten Maschinen sind seit zehn Jahren weltweit im praktischen Einsatz; ihre Einführung in der Branche senkte die Kosten für die Knopflochherstellung um 75 Prozent. Die von diesem Unternehmen entwickelten Knopflochmaschinen waren die ersten, die das Knopfloch automatisch schnitten, nähten und verriegelten, sodass sich die Arbeit der Bedienperson auf das Verschieben und Einspannen des Materials beschränkte. Der Nähmechanismus rotiert um das Knopflochauge, wodurch ein Drehen des zu vernähenden Stoffes entfällt; alle Maschinenbewegungen verlaufen gleichmäßig und präzise, ohne dass wesentliche Abläufe von Federn abhängen. Der Nähmechanismus ist sehr einfach aufgebaut und besteht aus einem Greifer sowie einer Nadel unterhalb der Stichplatte und einer weiteren Nadel oberhalb dieser Platte. Diese Teile werden über ein Exzentergetriebe angetrieben und führen bei jedem Hub der Nadelstange einen vollständigen Knopfloch- oder Schlingenstich aus, was einen geräuscharmen, langlebigen Betrieb bei hoher Geschwindigkeit ermöglicht. Das Knopfloch wird automatisch geschnitten und durch eine gleichmäßige Bewegung vom Schneid- zum Nähwerkzeug transportiert, wodurch Erschütterungen oder Stöße vermieden werden.
Das Starten und Stoppen des Nähmechanismus zu Beginn und am Ende des Knopflochs erfolgt automatisch, wobei die Nadeln stets außerhalb des Stoffes zum Stillstand kommen. Die Maschine arbeitet bei allen Materialarten gleichermaßen zuverlässig, sei es mit Seiden- oder Baumwollgarn. Das Unternehmen präsentiert Maschinen zur Herstellung von Ösen und Knopflöchern in verschiedensten Ausführungen, wie sie in unterschiedlichen Branchen benötigt werden – etwa für Schuhe und Stiefel, Bekleidung, Kragen und Manschetten, Unterwäsche sowie für alle anderen Erzeugnisse, die ein genähtes Knopfloch erfordern. Dabei stehen mindestens fünf verschiedene Verfahren zur Riegelbildung am schmalen Ende des Knopflochs zur Verfügung, die jeweils optimal auf den jeweiligen Anwendungsbereich abgestimmt sind. Bedenkt man, dass zur Zeit der Erfindung der Reece-Knopflochmaschine selbst bei den damals leistungsfähigsten Maschinen noch 35 Handgriffe für ein einziges Knopfloch nötig waren, während die Reece-Maschine diesen Aufwand auf zwei Handgriffe reduzierte, so lässt sich die enorme Bedeutung dieser Erfindung erst richtig ermessen. Das neueste Modell des Unternehmens ist eine Knopflochmaschine, die Knopflöcher jeder Größe fertigen kann – von der runden Öse, wie sie etwa im Hemdbrustbereich verwendet wird, bis hin zum zwei Zoll (ca. 5 cm) langen Knopfloch für Damenmäntel. Durch die Entwicklung dieser Maschine wurde der Mechanismus erheblich vereinfacht und der Arbeitsaufwand für die Bedienperson auf die Hälfte reduziert, was zu einer entsprechenden Steigerung der Produktionsleistung führte.
Die Maschine arbeitet vollautomatisch und erfordert keinerlei manuelle Eingriffe durch die Bedienperson – wie etwa das Schließen der Werkstückklemme per Fuß oder Hand, wie es bei früheren Reece-Maschinen nötig war. Der Arbeitsaufwand beschränkt sich somit lediglich darauf, das Material von einem Knopfloch zum nächsten zu bewegen. Es lässt sich eine beliebige Anzahl von Knopflöchern schneiden, nähen und verriegeln, ohne dass die Bedienperson die Hände vom Material nehmen oder den Fuß bewegen muss. Dies ist die erste Maschine, die das Knopfloch mit einer Schlingenverriegelung (Purl-Bar) abschließt; dadurch fügt sich das schmale Ende des Knopflochs harmonisch und ebenso sauber in das Gesamtbild ein wie die Längsseiten. Zudem wird der Verstärkungsfaden überkreuzt und fest vernäht, sodass ein Aufgehen des Fadens ausgeschlossen ist.
Seit fünf Jahren vertreibt das Unternehmen zudem eine Maschine, die bei der Schuhfertigung die Fadenenden und den Verstärkungsfaden zwischen benachbarten Knopflöchern mittels Blindstich vernäht. Diese Maschinen sind eine völlige Neuerung und erschlossen ein neues Einsatzgebiet für Nähmaschinen, da diese Arbeit zuvor stets von Hand ausgeführt worden war. Eine dieser Maschinen samt Bedienperson ersetzt heute zehn Arbeitskräfte in Handarbeit; zudem ist das Arbeitsergebnis der manuellen Fertigung weit überlegen, da es für einen sauberen, gleichmäßigen Abschluss an der Schuhinnenseite sorgt.
Scientific American 1893 - Google Translate
Von Reece waren zur Jahrhundertwende allein in New York über 10.000 Maschinen im Einsatz.
Bereits einige Jahre nach der Rapid, in den 1880er Jahren, hatte John Reece sein zweites Modell für die Bekleidungsindustrie zur Marktreife gebracht. Bei dieser Maschine wurden bereits die selben Stichbildungswerkzeuge wie bei Deiner Minerva eingesetzt.
Anfang der 20. Jahrhunderts kamen dann die Reece Rapid und die Klasse 101 auf den Markt.
John Reece starb im Jahre 1896 bei einem tragischen Unfall in seiner Fabrik in Boston.
Dürkopp hat dann in den 1930er Jahren die ersten Maschinen gebaut, wo sie den kompletten Greiferdrehkörper (von Reece lizensiert) nachbauten, kennzeichneten und in jeder Anleitung auf Reece als Lizenzgeber hinweisen mussten. Wegen der Lizenzgebühren bewegt Dürkopp auch die Tischplatte anstatt den Nähkopf um damit einen Teil der Patente zu umgehen und dadurch Lizenzgebühren einzusparen. Das wiederum hatte aber zur Folge das die meisten Kunden lieber Reece kaufen, weil auf diesen die Kleidungsstücke während dem nähen ruhig liegen bleiben.
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